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Episode 114 F*ck Your Passion

„Eine Leidenschaft ohne Geschäftsmodell ist ein Hobby!“

In den sozialen Medien sind viele Quacksalber und Hochstapler unterwegs, die Träume verkaufen, die Menschen mehr schaden als helfen. 

Follow Your Passion“ ist so ein Traum. Zugegebenermaßen sehr verführerisch, weil er Lust und Erfolg verbindet – und wer möchte nicht glücklich und erfolgreich sein? 

Es gibt ja auch tatsächlich Leute, die mit diesem Rezept extrem erfolgreich geworden zu sein scheinen. Spitzensportler, Künstler oder auch Köche. 

Aber es gibt auch einige Dinge, die dagegen sprechen… 

Punkt 1: 

Es gibt Menschen, die haben keine ausgesprochenen Leidenschaften. Und wenn Du eine hast: “Passionen” ändern sich.

Das haben wahrscheinlich die meisten von uns erlebt: Dinge, die uns jahrelang begeistert haben, werden irgendwann weniger wichtig oder von einem anderen Interesse abgelöst.

Gerade bei Kindern kann man das sehr gut beobachten.

Niemand weiß also genau, wie lange das “Haltbarkeitsdatum”  seiner Leidenschaft (Faible) ist oder ob sie an der ersten ernsthaften Herausforderung zerbricht. 

Punkt 2: 

Was ist, wenn meine Leidenschaft keinen Marktwert hat?

Habe ich zum Beispiel eine Leidenschaft fürs Häkeln, wie kann ich diese monetarisieren?

Okay, ich könnte einen YouTube-Channel für Häkel-Freunde starten. Aber dann würde ich mich überwiegend mit Online-Marketing, Video-Produktion, Content-Planung und Business-Development befassen.

Was hat das noch mit meiner Leidenschaft zu tun? 

Genau an diesem Punkt scheitern zum Beispiel viele Kreative: Designer, Werbetexter, Fotografen.

Die kreative Arbeit macht ihnen Spaß und wird oft gar nicht als “Arbeit” empfunden. Bei den Themen Buchhaltung, Akquise und Verhandlung möchten sie aber am liebsten schreiend weglaufen. 

Follow your Passion ist per Definition eine egozentrische Sichtweise. Den Markt juckt es wenig, welche Dinge in mir Leidenschaft entfachen.

Sorry, aber so ist die Welt.

Wer etwas anderes erzählt, ist naiv oder will dir etwas verkaufen – siehe Life Coaches auf Instagram.

Wenn ich also keine Schnittmenge finde, in der sich meine Interessen und die Interessen des Markts vereinen, hat meine Leidenschaft keinen Marktwert. 

Probiere doch mal Passion Plus!

Wir sagen: Du brauchst PASSION PLUS! Leidenschaft plus Geschäftsmodell plus Business Skills plus “Action”

Lass es uns an einem Beispiel illustrieren: Viele Menschen begeistern sich für Sportwagen.

Man könnte sagen: Viele Menschen haben eine Leidenschaft für Sportwagen.

Und nun? Wieso schaffen es einige, diese Leidenschaft zu Geld zu machen und andere nicht? Das ist doch die entscheidende Frage. 

Nur wer es schafft, seine Liebe für schnelle Autos in ein Geschäftsmodell zu übertragen, kann damit Geld verdienen.

Du könntest zum Beispiel eine Oldtimer-Garage eröffnen und klimatisierte Stellplätze vermieten. 

Allerdings reicht auch das noch nicht. Ich kann Ferraris lieben und ein BWL-Studium in der Tasche haben und trotzdem kein erfolgreicher Unternehmer sein.

Denn ich brauche auch noch Kompetenzen wie Verkauf, Marketing, Menschenführung etc. – oder ich muss zumindest in der Lage sein, diese Dinge geschickt auszulagern. 

Aber auch das reicht nicht aus. Wer kennt ihn nicht, den MBA, der liebend gerne an der Theke Geschäftsideen spinnt, aber noch nie etwas gegründet hat.

Warum? Weil er den entscheidenden Schritt nicht gemacht hat: Die Handlungen. Die Aktion. Das Tun. Und zwar gegen die ersten Widerstände und über einen längeren Zeitraum. 

Fazit: Leidenschaften sind gut. Ob sie die beste Voraussetzung für einen erfolgreichen Business sind, musst du erst leidenschaftslos prüfen. Denn Leidenschaft kann wie die Liebe blind machen!


SHOWNOTES:

Diese Episode können dir auch gefallen: „Verlieb‘ dich nie in deine eigenen Ideen!“

Hashtag dieser Episode: #925fuckyourpassion

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2 Comments on “Episode 114 F*ck Your Passion

Thorsten
6. Februar 2020 um 21:24

Interessant, wie Ihr das Mantra “Follow Your Passion” auseinander nehmt. Denn meine Leidenschaften führen mich seit der Grundschule durch die Berufswelt: Von der Elektronik, zu Partys und DJing, bis zur Ausbildung, Veranstaltungswerbung, Studium, Server-Admin, SEO und Podcaster, Blogger sowie Autor.

Als ich Euch zugehört habe, versuchte ich ständig ein anderes Beispiel als meine Leidenschaft fürs DJing zu finden. Mir fiel höchstens meine Modelleisenbahn von früher ein, als ein Beispiel für ein nicht-monetarisierbares Hobby. Aber selbst dafür gibt es in Hamburg ein Gegenbeispiel.
Und bei Eurem Häkel-Beispiel musste ich sofort an den Nadelspiel-Blog denken, für den meine Mutter so schwärmt.

Bei Eurem zweiten Punkt kam ich wieder zum Auflegen als DJ zurück. Es dauerte Jahre, bis ich akzeptiert habe, dass Neukunden-Akquise, Buchhaltung und die Umsatzsteuervoranmeldung zu meiner Leidenschaft gehören. Für mich kam der Kick erst, als ich aufhörte von der Hand in den Mund zu leben.

Denn gerade am Anfang des PASSION PLUS!-Modells sehe ich eine große Gefahr sich weit unter Wert zu verkaufen. Zu häufig höre ich Meinungen wie “Auflegen ist mein Hobby. Damit will ich gar nicht reich werden”. Wobei ich diesen Gedanken durchaus nachvollziehen kann. Vor fünf Jahren hatte ich eine gedankliche Schranke im Kopf, die mich davon abhielt höhere Preise zu verlangen. Schließlich macht mir das Auflegen so viel Spaß, dass ich bei den meisten Feiern sogar umsonst aufgelegt hätte.

In der Tat glaube ich, dass die meisten Menschen nie eine Leidenschaft für irgendetwas entwickeln. Ihr nennt bewusst keine Beispiele für Kurse, die “Follow Your Passion” als Erfolgsmodell verkaufen, oder?

Antworten
Christian Schmid
7. Februar 2020 um 18:23

Vielen Dank für deinen ausführlichen und interessanten Kommentar, Thorsten! Wir freuen uns immer sehr, wenn es zu einer Diskussion kommt. Ein ruhiger, verständiger Austausch von Gedanken, Erfahrungen und Ideen ist – gerade im Netz – leider selten geworden. Den Ansatz, das Drumherum (Akquise, Buchhaltung und Co.) einfach als Teil der Leidenschaft zu begreifen ist, finden wir besonders erwähnenswert. Ein guter Gedanke!

Zu deiner Frage: Ja, wir nennen bewusst keine Beispiele. Wir wollen das nicht auf einer persönlichen, sondern eher auf einer philosophischen Ebene „austragen“…

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