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Episode 100 Nebeneinkommen gegen die Versorgungslücke: das Kleingedruckte in deinem Rentenbescheid

Ideen für Nebeneinkommen oder Side Hustles sind mittlerweile das Hauptthema von Nein2Five. Immer wieder nehmen wir wahr, wie dieses Thema von Menschen belächelt wird.

Nach dem Motto: Nebeneinkommen sind etwas für Schüler oder Studenten. Manche sehen es sogar als Zeichen des sozialen Abstiegs. “Traurig, wenn jemand es nötig hat, nebenbei noch etwas zu machen!” 

Wir vermuten, dass sich sich viele in einer falschen Sicherheit wiegen. Mag ja sein, dass es der Person in der Gegenwart finanziell noch gut geht. Aber ist ihnen bewusst, was das Wort Versorgungslücke WIRKLICH bedeutet? 

Was passieren kann, wenn Du dich nur auf deine gesetzliche Rente verlässt…

Grundsätzliches vorab: Die gesetzliche Höchstrente ist lediglich ein rechnerischer Wert, den nur jemand erreichen könnte, der mindestens 45 Jahre lang den höchsten Beitragssatz in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat.

Die Höchstrente erhält ein Rentner, der 45 Jahre lang durchgehend ein Gehalt in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze erhalten hat. Die meisten haben aber zumindest während ihrer Ausbildung und in den ersten Berufsjahren niedrigere Einkünfte.

Die Rentenformel gibt einen Anhaltspunkt. Die Formel zur Berechnung der Altersrente lautet:

Entgeltpunkte x Zugangsfaktor x aktueller Rentenwert

Der Rentenwert beträgt derzeit 33,05 Euro (im Westen, Stand Juli 2019) . Der Zugangsfaktor ist 1, wenn man zur Regelaltersgrenze in den Ruhestand geht (es also keine Abschläge wegen vorgezogener Rente gibt). Daher sind die Entgeltpunkte der Dreh- und Angelpunkt der Berechnung.

Also: Auf die Entgeltpunkte kommt es an!!!

Die Entgeltpunkte haben eine Höchstgrenze. Teilt man die diesjährige Beitragsbemessungsgrenze von 80.400 Euro im Jahr (im Westen, Stand 2019) durch das Durchschnittsentgelt von 38.901 Euro, ergibt dies für 2019 eine Höchstpunktzahl von 2,07 Entgeltpunkten.

Angenommen, man erreicht in jedem seiner 45 Arbeitsjahre 2,07 Entgeltpunkte. Die Summe von 93,15 Entgeltpunkten multipliziert mit dem derzeitigen Rentenwert von 33,05 Euro ergäbe eine rechnerische Höchstrente von 3.063 Euro im Monat.

In den vergangenen Jahrzehnten lag die Höchstgrenze an Entgeltpunkten jedoch mit 1,5 bis 2,1 Entgeltpunkten zum Teil weit darunter. Daher ist diese „Höchstrente“ für fast niemanden erreichbar.

Von einem solchen Wert sind die deutschen Rentner heute weit entfernt. Die Standardrente eines „Eckrentners“, der 45 Jahre Beiträge für ein Durchschnittsentgelt eingezahlt hat, beträgt im Westen 1.441,35 Euro (Stand Mitte 2018). Im bundesweiten Durchschnitt erhält ein Rentner 1.103 Euro Rente im Monat und eine Rentnerin 712 Euro. Witwen- und Witwerrenten sind mit 484 Euro beziehungsweise 348 Euro noch wesentlich niedriger. 

Die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sind davon bereits abgeführt, allerdings nicht die Einkommensteuer.

Das Problem ist also: Selbst bei fleißigem Einzahlen in die Rentenkasse wird die Rente wahrscheinlich klein sein. 

Damit aber nicht genug. Es gibt noch weitere Probleme, die nicht auf den ersten Blick erkennbar sind:

  1. Das Problem der Inflation
  2. Das Problem der Steuer und Sozialabgaben (beide Anteile)
  3. Es gibt keine Besitzstandswahrung. d.h. Regelungen können im Nachhinein von der jeweils aktuellen Regierung jederzeit geändert werden

SHOWNOTES:

Hier kannst Du dir einen Rentenbescheid in seiner ganzen Schönheit anschauen: Muster-Rentenbescheid

Du bist jetzt motiviert, dich ernsthafter mit dem Thema Nebeneinkommen zu beschäftigen? Schau doch mal hier oder höre dir unsere beliebte Episode 51 „11 Wege, noch HEUTE ein Nebeneinkommen aufzubauen“ an.

Hashtag dieser Episode: #925rentenbescheid

Danke fürs Zuhören!

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