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Episode 136 Tim Schäfer: Finanzjournalist, Frugalist und Side Hustler

„Ich bin direkt an die Wall Street gezogen. Ich dachte, das würde total gut passen, weil ich immer schon reich werden wollte!“

Tim Schäfer, New York City

Auf Tims Blog „Tim Schäfer Media“ haben wir einen Beitrag mit dem Titel „Nebenjobs, Lesen, Lernen, Investieren, Reisen brachten mich weiter“ gelesen.

Dieser Ausschnitt hat uns neugierig gemacht:

“Ich fing in jungen Jahren mit Nebenjobs an. Ich kann das jedem raten. Du lernst dadurch. Es ist eine Erfahrung, der Umgang mit Kollegen. Du eignest dir Wissen an. Du erhältst Geld.Ich begann früh, zu investieren. In Aktien und Immobilien. Als ich anfing, hab ich noch nie etwas über die “finanzielle Freiheit” gehört gehabt. Aber ich lebte genau diesen Lebensstil. Sprich bodenständig, fleißig, wenig Konsum. Ich wusste, dass ich so viel wie möglich investieren wollte. Ich musste keine teuren Sachen kaufen, um zufriedener zu werden. Die einfachsten Sachen machten mich zufrieden.”

In diesem Podcast-Interview mit Tim Schäfer sprechen wir über die vielen Vorteile von Nebeneinkommen, warum man sich vor einer Lifestyle-Inflation schützen sollte und wieso es so wichtig ist, sein Geld für sich arbeiten zu lassen.

Außerdem sprechen wir über FIRE, Einzelaktien, Trends, ETFs, den amerikanischen Traum und die Wall Street.

SHOWNOTES:

Auf seinem Finanzblog schreibt Tim Schäfer unter anderem über sein Leben in New York, seine ungewöhnlich tiefen Einblicke in die Finanzszene Amerikas und seine interessante Investmentphilosophie.

Der YouTube-Kanal von Tim: Tim Schäfer Media

Zum Thema Aktien empfehlen wir auch unser beliebtes Interview mit Beate Sander in der Episode 103: Beate Sander: Aktienmillionärin, Bestseller-Autorin und ehemalige Realschullehrerin

Hashtag dieser Episode: #925timschäfer

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Transkript:

Christian Schmid
Herzlich willkommen zum Nein2Five Podcast, Tim! Schön, dass du heute zugeschaltet bis wir finden dich in New York, richtig?

Tim Schäfer
Ja, genau.

Christian Schmid
In welchem Stadtteil von New York lebst du?

Tim Schäfer
Also, ich bin direkt an die Wall Street gezogen. Ich dachte, dass würde total passen, weil ich wollte schon immer reich werden. Ich habe gedacht, es geht dann schneller, wenn ich dahinziehe.

Christian Schmid
Ja, ich möchte gern mit einem Zitat von deinem jüngsten Blogbeitrag beginnen. Ich zitiere: Ich fing in jungen Jahren mit Nebenjobs an. Ich kann das jedem raten. Du lernst dadurch. Es ist eine Erfahrung, der Umgang mit Kollegen, du eignest dir Wissen an, du erhältst Geld.

Ich begann früh zu investieren – in Aktien und Immobilien. Als ich anfing, habe ich noch nie etwas über finanzielle Freiheit gehört gehabt. Aber ich lebte genau diesen Lebensstil, sprich bodenständig, fleißig, wenig Konsum. Ich wusste, dass ich so viel wie möglich investieren wollte. Ich musste keine teuren Sachen kaufen, um zufriedener zu sein. Die einfachsten Sachen machten mich zufrieden.

In diesem Zitat steckt viel drin. Das ist ja wie so ein Mini Manifest der Fire-Bewegung. Und ich würde auch gerne auf jeden Fall später noch auf das Thema Nebeneinkommen mit ihr zu sprechen kommen.

Aber zuerst würde ich gerne einsteigen mit der Frage, wie du aufgewachsen bist und was deine ersten Berührungspunkte mit dem Thema Geld waren.

Tim Schäfer
Ja, ich bin relativ einfach aufgewachsen, meine Eltern waren jetzt nicht sonderlich vermögend. Mein Vater ist gelernter Schlosser und hatte in einer Busfabrik gearbeitet in Mannheim, und das waren halt einfache Verhältnisse, wie das auch nach dem Krieg war.

So halb ausgebombt. Meine Mutter ist auch sehr armselig aufgewachsen. Die haben in Berlin gewohnt, sind dann geflohen vor den Russen, als sie einmarschiert sind. Meine Mutter ist geboren 1943, und da war alles Armut und armseelig, eigentlich.

Du hast nur ums Überleben kämpfen müssen, und ich glaube, ich habe es meinem Leben dann auch so im Grunde in der Muttermilch aufgesogen, ist das Überleben kämpfen und so. Und meine Mutter ist Näherin. Die hat für die Nachbarn genäht und Hosen gekürzt und geändert, und das war alles sehr einfach.

Aber ich hab halt, und sie hat – meine Mutter hat mir auch das Sparen beigebracht. Sie hat mir das erklärt, und die hat gesagt Du kriegst auch Taschengeld, aber teilt dir das ein, und wir können dir auch Sachen kaufen, wenn du was brauchst zum Anziehen.

Aber du kriegst halt nur das Nötigste. Was wirklich – was wir jetzt brauchen und alles andere. Ich meine, das musst du dir dann selbst erarbeiten und ansparen. Und dann kaufst dir das selbst. Aber wir können dir das nicht kaufen.

Zum Beispiel Markenklamotten, teure Schuhe oder einen teuren Gürtel. Ich wollte mir auch manchmal Sachen kaufen, die halt schöner und teurer waren. Aber das kam einfach nicht in Frage. Ich meine, dass eine super Erziehung, auch wenn du so was lernst, einzuteilen.

Und ich bin meinen Eltern dafür dankbar. Mein Vater hat mir sehr viel Fleiß beigebracht, und dass du alle immer arbeiten musst, du ehrlich sein musst. Und wenn du eine Aufgabe annimmst, dass du die auch dann fertig machst.

Er war immer sehr fleißig, auch am Wochenende gearbeitet, und da ist dann später von dem Busbau und dem Schweißen und Schlosser ist er dann in den Vertrieb gegangen, weil da hat er gemerkt – Da kann man mehr durch Fleiß kann man mehr verdienen, wenn man extra halt voll Power gibt, weil er halt auch ein hartes Geschäft ist.

Hartes Brot, der Vertrieb? Der war bei Melitta Kaffee. Da hat er jetzt nicht so toll verdient. Ich glaube, 500 Mark je Monat. Das hat auch gerade so gereicht. Aber er hat dann andere Arbeitgeber gefunden, und die dann mehr bezahlt. Das hat mich alles geprägt.

Christian Schmid
Hat sich denn dein Lebensstil denn so über die Jahre jetzt verändert? Du lebst ja jetzt in New York, mittlerweile im Konsum-Mekka. Wie schaffst du es, diesen Verlockungen zu widerstehen? Oder lebst du immer noch so bodenständig, wie du es in einem Blogbeitrag geschildert hast?

Tim Schäfer
Das Problem ist schon … man erhöht so den Lebensstandard doch irgendwie, so schleichend. Aber ich habe kein Auto. Ich koche immer noch zu Hause so bodenständig. Ich gehe überall zu Fuß hin, wenn es geht, und ich trag‘ Second-Hand? Ich brauch keine teuren Modeartikel oder teure Cremes. Da habe ich gar kein Verlangen nach.

Aber manchmal passiert dann halt doch schon mal, lässt sich mal so… Ich denke mal, in ein teures Hotel oder so, gehen will ich für zwei, drei Tage. Manchmal erlaube ich mir so Ausnahmen. Aber das hat auch so psychologisch eine Motivierung. Liegt dem zugrunde.

Ich war zum Beispiel im Atlantic Hotel in Hamburg zwei, drei Tage und habe gesagt „Hey, das musst du dir mal gönnen“, weil das war so eine Erinnerung an meinen ehemaligen Chef, der hatte mir das damals auch mal ermöglicht. Es ist eine tolle, ein tolles Hotel für so eine Konferenz, und das hat mich total beeindruckt.

Da habe ich gedacht, ins Adlon bin ich auch mal ein paar Tage gegangen. Aber das ist eine Art Geschenk für die harte Arbeit.

Rubén Alvarez
Ist das nicht das Hotel, in dem Udo Lindenberg wohnt?

Tim Schäfer
Ja, genau richtig hier in Hamburg. Die haben ganz tolle Bilder aufgehängt von ihm, die er gemalt hat, und so richtig ich war da nicht da.

Christian Schmid
Apropos Arbeitsalltag aus, du hast gesagt, du trägst Secondhand Klamotten Wenn man von jemanden hört, der Finanzjournalist ist an der Wall Street Korrespondent, dann stellt man sich vor, dass du immer mit einem, jeden Tag mit einem neuen Anzug irgendwie rübergehst aufs Parkett und Interviews machst.

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Tim Schäfer
Ich stehe auf, dann mache ich mein Kaffee, manchmal mach ich morgens mein Sport, zum Beispiel leiste ich mir sogar eine Trainerin, dienstags und mittwochs um acht Uhr. Da sieht man schon, dass der Konsum aber halt auch etwas für die Gesundheit gilt. Wobei Ich muss auch dazu sagen ich habe lange in WGs gewohnt.

Ich hatte nur einen Koffer mit Kleidung aus Deutschland angeschleppt und ganz einfach gelebt. Extrem einfach. Ich bin in den Supermarkt um 18 Uhr, weil da es zum halben Preis die Sachen, die am ablaufen waren, Sachen, die halt raus mussten.

Ja, und dann? Was mache ich nach dem Sport? Dann lese ich viel. Ich habe manchmal Telefoninterviews. Ich gehe oft auf Konferenzen – wenn man Corona halt nicht haben – so zu Investmentbanken. Ich interviewe auch viele Prominente.

Ich habe zum Beispiel später ein Interview mit einem Gründer von Silicon Valley, eine bekannte Firma. Ich interviewe Hedgefonds-Manager und Investoren halt, oder -Jack Bogle habe ich schon. Ich habe sogar schon den Wirtschaftsminister der USA interviewt, Wilbur Ross in seinem Büro.

Christian Schmid
Führt das nicht dazu, dass sich ein „Lifestyle Inflation“ sich sozusagen einschleust, dass man sich irgendwie diesem Lebensstil auch ein bisschen anzupassen?

Tim Schäfer
Ja, genau das passiert. Man muss aufpassen. Ich muss auch immer mal wieder zurückschrauben. Das kann passieren. Aber wenn du dir die Persönlichkeiten anschaust, das sind ja auch viele ganz einfach so diesen Jack Goble von Vanguard habe ich einmal interviewt. Zweimal sogar. Ganz einfach mit dem Zug angereist kommen nach New York. Er hat gesagt, er ist morgens ein Toastbrot mit Peanutbutter und Marmelade obendrauf.

Viele sind schon einfach, vielleicht in manchen Bereichen komm ich so in das Luxoriöse rein. Da muss man aufpassen, weil es machte ein wirklich gar nicht zufriedener.

Zumindest das Erlebnis machts. Aber die Sachen zu kaufen Gegenstände und so, dass wehre ich mich immer noch dagegen.

Christian Schmid
Eine Frage, die wir jetzt gar nicht geplant hatten, die wir gerade einfällt: Kennst du die Serie „Billions“?

Tim Schäfer
Oh, da habe ich schon von gehört, aber ich habe es mir nicht angeschaut, am liebsten schaue ich Dokumentationen. Das ist mir lieber wie Spielfilme oder Serien. Solch erfundene Storys…da kann ich wenig mit anfangen.

Christian Schmid
In „Billions“ geht es um einen Hedgefonds Manager, deswegen dachte ich könnte gerade ein Anknüpfungspunkt sein.

Ich würde dich gerne fragen, weil von deinem Lebensstil bist du eigentlich so jemand, der der Fire-Bewegung zuzuordnen wäre? Wie stehst du zu dieser Bewegung? Wie stehst du zu diesem Thema?

Tim Schäfer
Ja, total super, weil da gehen viele Sachen mit rein. Da geht halt besser als der Umweltschutz spielt ja eigentlich auch eine Rolle. Und die Gesundheit. Ich finde das so super, die Kombination aus allem, ohne dass man es merkt. Also wenn du sparsam ist, brauchst du weniger. Ob das jetzt Autos sind, Möbel und Kleidung, Baumwolle und so.. Du hast auch weniger CO2, dadurch Ausstoß. Also, es ist gut für den Klimaschutz, für den Umweltschutz.

Ist gut für deinen Geldbeutel … ist gut auch für die Zufriedenheit, weil du achtest halt auch… das sind oft auch Leute, die achten auf einen gesunden Lebensstil, weil die kochen selbst, weil es A günstiger ist und B gesünder. Und der ganze verbrauchende Konsum geht halt kontinuierlich überdacht und hinterfragt. Brauch ich jetzt schon ein neues Handy? Brauche ich einen neuen Fernseher?

Geht der Alte nicht noch? Wie groß muss mein Haus sein? Muss ich denn den Luxusurlaub wirklich machen?

Und dann noch vier Wochen lang … brauche ich ein Ferienhaus, und man stellt sich ja ständig die Fragen. Und ich finde es total gut, dass man nicht einfach so in Konsum-Hamsterrad reinrennt, um andere zu beeindrucken, was im Grunde gar nicht glücklicher macht und zufriedener, sondern eher das Gegenteil. Wenn man genau drüber nachdenkt.

Christian Schmid
Du hast ja eine relativ ungewöhnliche Aktien-Philosophie. Du kaufst Aktien, und du sagst, du möchte sie eigentlich nie wieder verkaufen. Du hast auch ein Blogartikel geschrieben, der den Titel trägt „Warum ich meine Aktien nie mehr verkaufe“.

Das könnte man als „Buy and Hold Extreme“ bezeichnen. Hast du schon fantastische Renditen erzielt, aber wahrscheinlich auch Pleiten erlebt. Kannst du uns zu dieser Philosophie etwas erzählen?

Tim Schäfer
Ja, also an der Börse ist halt so, dass man total profitieren kann von diesem Zinseszins und Firmen, die wachsen halt mit der globalen Wirtschaft, wenn sie gut gemanagt werden und gute Produkte haben, gute Kunden, gutes Image.

Und dann werden die halt immer größer und das wird dann noch verstärkt durch Aktienrückkäufe und steigende Dividenden wird die Aktie immer attraktiver. Und wenn man dann halt mal vor zwei Jahrzehnten eingestiegen ist SAP.

Das ist bei mir z.B. passiert oder bei anderen, wie ich jetzt bei Netflix da bin ich auch frühzeitig rein und dann ist das der Wahnsinn. Da kannst du, kannst du so ein paar super Aktien erwischen, und es kann dein Leben positiv verändern, wenn man halt geduldig abwartend..das durchhält.

Natürlich macht man auch Fehler, die habe ich gemacht, und ich habe zum Beispiel Solar-Aktien gekauft, und die sind pleite gegangen, sowas wie Sunways. Irgendwo vom Bodensee kamen die glaube ich, aus Konstanz, da hab ich eine Pleite hingelegt. Und bei Minenaktien und so… bei Explorationsaktien

Rubén Alvarez
Bei Goldminenaktien oder

Tim Schäfer
Explorationsaktien … es ist extrem riskant, da habe ich das Risiko unterschätzt. Es war ein großer Fehler. Die haben verschiedene, die haben verschiedene Rohstoffe im Boden. Aber das ist halt alles auch oft so hoffnungsbasiert, und die meisten gehen echt pleite.

Da schaffen es wirklich von Tausend, vielleicht 10 oder zum Mega-Konzern. Da muss man höllisch aufpassen, gerade bei Start-Ups und so. Aber wenn man den richtigen Trend erwischt, es gibt ja phantastische Trends in der Wirtschaft. Zum Beispiel, diese IT-Security ist ein Riesen-Trend, da werden auch noch hohe Verluste geschrieben.

Aber man braucht so einen Schutz … IT Schutz. Man braucht Cloud und Speicherplatz und Software, auch wenn man so eine Firma sich anschaut, die heute noch Verlust macht, aber so ein riesen Trend da ist, wie zum Beispiel auch die Zustellung dieser Essens Zustellung von Restaurants.

Deas scheint ja auch ein riesen Trend zu sein, der gerade noch im Anfangsstadium ist. Ja, wenn man auf die richtigen Aktien setzt, kann man wirklich vermögend werden.

Rubén Alvarez
Jetzt hast du ja, ich meine auch gelesen zu haben, mal darüber berichtet, dass du gerade in Krisenzeiten eine Philosophie des aggressiven Einstiegs verfolgst, also praktisch in Sektoren oder Industrien oder Unternehmen zu investieren, deren Ausverkauf in deinen Augen oder in Augen anderer übertrieben scheint. Bringen Krisen an sich oder haben dir Krisen mehr gebracht, als zwischen den Krisen zu investieren?

Also, kann man sein Vermögen durch Krisen signifikant vermehren und nur durch Krisen, und das sind die richtigen Katalysatoren für Vermögen. Kann man das so sagen?

Tim Schäfer
Ja, ich denke schon. Da ist halt alles im Ausverkauf und total ausgebombt. Und die Hoffnung ist so schlecht und wenn die Aktien so richtig gehasst werden z.B. die Banken und Versicherungen während der Finanzkrise. Die wollte keiner haben, der Ruf war so schlecht und die Verluste waren so groß, und da denke ich das ist eine Riesenchance.

Zum Beispiel jetzt die Airlines mit Corona. Wenn man mal unterstellt, dass da ein Wirkstoff gefunden wird oder ein Impfstoff. Und vielleicht in zwei Jahren die Corona-Sache erledigt ist, dann kommt der Tourismus, das Reisen, wird er dann wieder schnell zurückkehren. Die Leute wollen auch Geld ausgeben.

Die sind so programmiert, und die wollen dann überall hinfliegen. Und auch die Geschäftsleute machen dann wieder Termine und sind ständig auf Achse. Dann denke ich mir kommen noch die Kreuzfahrtschiffe auf mich wieder zurück. Ich habe mich jetzt eingedeckt bei Carnival … vor ein paar Wochen oder Monaten … bei United Airlines. Und ich muss dazu sagen, es ist sehr riskant.

Und es ist ein kleiner Teil meines Vermögens. Es ist schon spekulativ. Aber schau dir mal an, der Reise … der Flugverkehr ist am explodieren … vorher gewesen … das ist eine Riesen-Wachstumsbranche und Kreuzfahrtschiffe, die kamen gar nicht nach, die neuen Schiffe bauen zu lassen, weil das bedeutet eine Vorlaufzeit mit den Werften, alle ausgebucht gewesen.

Und da kamen immer mehr Millionen auf diese Dinger. Da dachte ich mir: Hey, warum jetzt nicht rein? Aber da ist halt auch ein Risiko der Insolvenz. Damit muss ich leben.

Und ich habe gesagt: Ich investiere jetzt jeweils 5000 Dollar in Carnival und United Airlines. Entweder es wird was, und dann kann ich das vervielfachen oder halt nicht. Dazu habe ich mich entschieden und lass sie einfach mal liegen.

Rubén Alvarez
Das hast du ja auch erwähnt, dass du ja eher in Dekaden denkst als in Jahren eher schon längerfristig und gerade mal in dem Sektor, denn du ansprichst Luftfahrtindustrie da braucht man sicherlich auch einen langen Atem, weil man spricht ja auch gerade bei Luftfahrtindustrie…die werden gestärkt hervorgehen, aber man spricht ja gerade mal hier in Deutschland von dem „neuen Normalen“.

Sprich, dass man das in der Größe und der Größenordnung, wie es vor der Corona Krise war, nicht mehr haben wird. Aber dass zumindest die Fluggesellschaften gestärkt hervorgehen, aber nicht mehr mit diesen, mit der Flotte, die vielleicht vor der Krise benötigt worden ist.

Aber ich denke mal, da braucht man einen langen Atem, bis man Erfolge sieht in dieser riskanten Anlage, die du getätigt hast.

Tim Schäfer
Und man muss halt auch sehen, dass die kleineren wahrscheinlich untergehen, und die Großen werden noch größer, das hat man ja in der Finanzkrise gesehen mit den großen US-Banken.

Da gibt’s ja 4,5, die dominieren den komplett Markt. JP Morgan Chase, Bank of America, Wells Fargo. Und die haben schon einen Riesenmarktanteil zusammen, weil die anderen, die so kollabiert sind, dann übernommen haben und absorbiert haben.

Es ist echt der Wahnsinn. Und so wahrscheinlich kommt es auch bei den Airlines.

Die sparen hier, denn die Großen werden immer größer. Man sieht ja im Internet Google und Facebook sind so tonangebend, da haben die anderen gar keine Chance, eine neue Suchmaschine zu betreiben. Eine Bing oder Yahoo. Dort kommt, da geht kaum noch jemand drauf.

Christian Schmid
Also ich bin ja auch ein Fan von Dividendenaktien und innerhalb dieser Fire-Community ist man ja eher so auf ETF gedrillt. Und ich merke auch immer wieder, dass das so eine Art Bias fast in Richtung ETFs besteht. Du bist ja innerhalb dieser Community mit deiner Strategie wahrscheinlich auch viel risikofreudiger als die meisten.

Wie ist deine Haltung gegenüber ETFs?

Tim Schäfer
Ja, ETFs sind super. Das ist eine clevere Sache, sehr weise. Und die Leute, die das machen, werden gut abschneiden. Verdammt gut abschneiden. Besser als 90 Prozent. Ich weiß auch nicht, ob mein, ob meine Stock Picks besser sind.

Und es ist auch eher unwahrscheinlich, um ehrlich zu sein. Wer auf ETFs setzt, der setzt auf den kompletten Korb und hat viele, viele Aktien drinn und da sind auch immer die Siegeraktien mit dabei. Automatisch. Also ich kann da überhaupt nichts Negatives finden, und ich finde das eine Super-Strategie. Ich habe auch einige ETFs.

Aber als ich angefangen habe mit dem Aktiensparen, da gab es die ETFs schon, aber da war es total ein Nischenprodukt, ich habe davon gar nichts gewusst, und es war auch eher in USA vertreten. Und deswegen ..

Christian Schmid
Vanguard

Tim Schäfer
Was meinst du?

Christian Schmid
Sorry, Vanguard hat damit glaube ich angefangen, oder?

Ja, das war einer der Pioniere. Genau. Deswegen ist es halt so passiert bei mir vielleicht, wenn ich halt spät, wenn ich jünger wäre, dann hätte ich wahrscheinlich auch mehr mit diesem ETF Sparen hätte ich auch einen viel größeren Schwerpunkt darauf gesetzt.

Hinzu kommt ja noch das Finanzjournalist bin und da ist halt auch interessant, so Aktien zu analysieren, so einzelne, sich mal anzuschauen. Auch Dividendenkönige und so.

Und Interviews zu machen mit Vorstandschefs. Deswegen bin ich auch immer doppelt da reingerutscht … in diese Aktienauswahl. Stockpicking. Aber die ETF Leute, die finde ich super, die machen das genau richtig.

Rubén Alvarez
Jetzt zu dem Thema ETFs , du hast ja auch einige ETFs hattest du gerade erwähnt… bist du auch in Deutschland in irgendeiner Form engagiert … finanziert? Vor allen Dingen, wie stehst du zu dem Finanzplatz Deutschland, du hast ja auch gerade gesagt du hast in einige deutsche Aktien investiert, zumindest SAP, einer der großen Technologieunternehmen im Dax. Aber generell, wie stehst du zu dem Finanzplatz Deutschland?

Tim Schäfer
Ja, in Deutschland ist die Aktienkultur schlecht ausgeprägt, heißt eine große Angst. Das liegt aber auch daran, dass in Berlin das Aktiensparen leider nicht so gefördert, wie das zum Beispiel in Amerika der Fall ist.

In Amerika fantastische Möglichkeiten, steuerlich und auch vom Arbeitgeber, dass man die Altersvorsorge muss aktienbasiert sein zu einem Gutteil und wir fördern das. Wenn du ETFs kaufst oder Aktien, dann befreien wir dich von der Steuer.

Das heißt, Kursgewinne und Dividenden sind steuerfrei, und du kannst es alles reinvestieren und laufen lassen, den Schneeball in Bewegung bringen. Du sparst direkt aus dem Bruttoeinkommen … aus dem Bruttogehalt. Und oft gibt der Arbeitgeber noch was dazu.

Der Chef sagt halt noch einen kleinen Bonus dazu. Die wollen die Leute wirklich motivieren. Amerika hat ja auch eine gesetzliche Rente, die heißt hier Social Security.

Die ist jetzt gar nicht so schlecht als Basis. Aber die sagen halt, es reicht nicht aus, und wir wollen das fördern.

Und Berlin macht das leider nicht. Das ist schon ein Problem. Deswegen ist die Aktienkultur auch so schlecht.

Rubén Alvarez
Wird denn nur die Aktie gefördert, die in die Altersvorsorge gehen soll, oder ist es generell bei Aktienkäufen oder Dividenden, dass die von der Steuer befreit sind?

Die, die in ein Altersvorsorgedepot reingehen, die sind komplett steuerbefreit, also aus dem Bruttogehalt und auch alle Kursgewinne und Dividenden, die dann entstehen in den Folgejahren, sind auch steuerfrei?

Rubén Alvarez
Aber nur im Rahmen der Altersvorsorge. Das heißt, wenn du jetzt aber spekulierst und nicht in die Altersvorsorge, sondern ganz normale Aktiengewinne oder Dividenden, die müssten dann versteuert werden?

Tim Schäfer
Richtig, aber auch geringer.

Tim Schäfer
Oder gibt es keine Finanztransaktionssteuer, wie es gerade hier in Europa angedacht wird?

Ja, genau. Du hast halt Dividenden, werden somit mit 10, 15 Prozent versteuert … im normalen Aktiendepot. Und wenn du Kursgewinne realisierst. Wenn das über ein Jahr gehalten hast, dann ist es auch geringer, als wenn du spekulierst. Also auch im normalen Depot das längerfristige Aktiensparen.

Eine ganz andere Kultur, die sind halt vom Naturell her auch ein bisschen wagemutiger – der Amerikaner und auch aufgeklärter als das Wissen um den Finanzmarkt ist besser, würde ich mal sagen.

Deswegen ist das heute auch viel ausgeprägter das Interesse an der Wall Street, an Aktien, am Investieren.

Irgendwie sind die aufgeweckter, besser informiert. Ja, man schaut sie auch mal an, so Barrones, und so ist schon ein Massenprodukt das Wall Street Journal. Die Amerikaner lesen das und informieren sie schon.

Christian Schmid
Hab ich auch so erlebt. Ich glaube auch, dass die Amerikaner nicht so moralisch an dieses Thema rangehen, wie das in Deutschland oft der Fall ist. Dieses Bild von Spekulanten es ist nicht so negativ besetzt, wie es bei uns der Fall ist.

Tim Schäfer
Ja, das ist halt so entstanden durch die ganze Einwanderung und die haben den Amerikanern halt immer eine Chance gegeben. Die wollen sie nicht drangsalieren, mit hohen Steuern und so.

Immer so ein bisschen die Selbstständigkeit geprägt und den Eifer, die Motivation. „Wenn du hier was aufbauen willst“, haben Sie gesagt, jeder, der hier einwandert, kriegt ein Paket, und wir übernehmen die er nur einen kleinen Teil ab von deinem Einkommen von von deinem Geschäftserfolg, vielleicht nur 10, 20 Prozent oder so, und nicht wie jetzt in Europa, das der Fall war, in England der gierige König oder in Deutschland so hohe Abgaben von 50 Prozent und mehr.

Und das ist noch bis heute so, dass man diesen Geschäftssinn fördern will. Und wenn du dich halt, wenn du ins Risiko gehst, du wirst belohnt, wenn die Leute eifrig sind und die können sich relativ, also in 15 Jahren, fünf bis zehn Jahren zwölf können die ein enormes Vermögen aufbauen.

Rubén Alvarez
Ist das eines der Gründe, weswegen oder warum du Deutschland den Rücken zugekehrt hast?

Tim Schäfer
Ja, das war schon immer so ein bisschen … ich habe die Amerikaner so schon ein bisschen bewundert. Ich fand es total spannend. Die Sprache hat mich fasziniert, dass die Leute, die so drauf sind, hilfsbereit und offen für andere.

Man kommt schnell ins Gespräch. Das ist irgendwie auch so, dass Smalltalk geht schneller, wenn du so in den Bus einsteigt, begrüßen dich … Fragen, wie es dir geht. Und natürlich wollen die keine komplette Lebensstory hören. Aber das geht halt viel schneller. Freundschaften zu knüpfen geht schneller.

Und dann wollte ich halt immer so ein Schuljahr verbringen, aber das hat nicht funktioniert, aber später im Studium habe ich noch mal so drei, vier Monate so ein Austausch gemacht, und ich wollte ja immer hin.

Und dann hab ich mein Chef gefragt in Frankfurt. Er hat dann einen Freund in New York und hab gesagt „Hey, kann ich da mal hingehen? Drei Monate.“ Da bin ich nach New York gekommen, mit einem Koffer, und hab mir da eine WG gesucht und bin einfach dort geblieben.

Christian Schmid
Wann war das?

Tim Schäfer
Das war so vor 13 Jahren, so grob. Ich habe mir so eine ganz schäbige Unterkunft, so ein Hotel gebucht. Und dann war das so, dass ich bei Craigslist, das war so ein Internet-Portale, da kann man so ganz günstig WGs suchen … da habe ich Termine ausgemacht und hab mir die ganz schnell angeschaut, weil in den zehn Tagen wollte ich so schnell wie möglich aus dem Hotel rauskommen.

Und habe ich totales Glück gehabt und bin dann zu einer WG Studentin gekommen in China Town und die war super drauf und hat eine super Küche von Ikea.

Und das hat mir super gefallen. Das war der Hammer.

Christian Schmid
Ich würde gerne mal auf das Thema Nebeneinkommen zurückkommen. Da möchte ich dich nochmal zitieren von deinem Blog. Mein Trick beim Vermögensaufbau war es, in jungen Jahren etliche Nebenjobs zu haben. Ja, es war verdammt viel Arbeit. Ich kaufte von dem Geld wie ein Wilder Aktien.

Welche Nebenjobs hattest du damals? Und weißt du noch, welche Aktien du gekauft?

Tim Schäfer
Ja, ich habe Zeitung ausgetragen, als ich 15 war, und das ging offiziell noch nicht, da habe ich meinen Bruder angemeldet, der älter war. Und dann habe ich Bild am Sonntag und Welt am Sonntag ausgefahren mit dem Fahrrad.

Und ich hatte von einem Bekannten, der hat das jahrelang gemacht und keine Lust mehr, ob ich denn Interesse hätte? Ja, klar, da mache ich das, und das habe ich lange, lange gemacht. Was habe ich da verdient? Vielleicht 80 Mark oder so an einem Sonntag.

Und später kam dann noch McDonalds dazu. Das war ein kleiner Stundenlohn. Aber mir hat das Essen gut geschmeckt. Irgendwie ist das auch stressig, aber ganz okay.

Ich habe dann bei so einer Marktforschung gearbeitet in Mannheim, Leute anquatschen in der Fußgängerzone, das war seriöse Marktforschung, die hatten so bekannte Marke wie Aquavit…. Getränke, wie die Werbung ankommt, der Geschmack und die neuen Flaschen und so.

Die haben recht gut bezahlt, weil niemand wollte, die Leute anquatschen, weil es schon hart ist. Und dann habe ich gesagt, ich mache das, was solls. Das war ein super Stundenlohn. Ich habe auch in einer Fabrik gearbeitet, bei den Weinheimer Gummiwerken oder so hießen die, die Feuerwehr Schläuche produziert. Das war Frühschicht. Um drei Uhr hat der Wecker klingelt. Dann bin ich dahin … mit dem Rad hingefahren.

Das war ganz brutal. Da gabs dann halt so eine Art Schmutzzulage. Weil es extrem früh war, wollte niemand machen und auch ein bisschen gefährlich, weil man hatte diesen Kautschuk dann einfüllen müssen in so eine Art Schredder.

Und dann kam dieser heiße Gummischlauch raus. Da musst du dann auch immer abgemessen werden, dass die Maße gestimmt haben und so. Das war laut und hat gestunken. Ich weiß eigentlich, wie ich das alles durchstehen konnte.

Dann hab ich die Versicherung im Keller gearbeitet, hab so Unterlagen abgeheftet, in Kundenordner.

Haben einmal im Jahr oder einmal im Quartal diese Lebensversicherung Bestandskunden ausgedruckt, und dann musst du das immer abgelegt werden. Für jeden Kunden gabs einen Ordner.

Das war langweilig und nervtötend. Aber so Sachen habe ich gemacht. Ja, ich habe dann erst habe ich Sparbücher gehabt und Festtagesgeld und Bausparen habe ich gemacht, habe ich eine Wohnung gekauft und ganz, ganz kleine.

Christian Schmid
Das war deine erste Investition, die Wohnung, bevor du überhaupt mit Aktien angefangen hast, hast du in Immobilien investiert.

Tim Schäfer
Ja in eine kleine Wohnung, ich hatte noch einen Immobilienfonds bei der Dresdner Bank, damals in Immobilienfond. Da habe ich auch früh eingespart. Ja, aber mit 20 habe ich dann die ersten Aktien auch gekauft.

Christian Schmid
Weißt du noch was deine allererste Aktie war?

Tim Schäfer
Ja, da muss ich jetzt vermuten, dass ich hab, so ganz früh hatte ich so eine Nähmaschinenhersteller, der hieß Pfaff. Das Ding ging dann pleite. Ich dachte, das wäre ein Super-Sanierungsfall aus der Region aus Rheinland-Pfalz. Aber auch einer meiner ersten Aktien war SAP.

Ja, so hab ich das gemacht, halt Aktien gekauft zu Brauereien, Brau und Brunnen, die sind dann übernommen worden von Dr. Oetker. Und dann kam der Neue Markt, habe ich auch ein paar Mobilcom gekauft und ein paar Wachstumswerte. Da ging auch einiges pleite Brokat, aus Stuttgart, die haben Software gemacht für Fair Banking und so

Christian Schmid
Das ist interessant, du hast ganz regional angefangen.

Tim Schäfer
Ja, man wird regional geprägt von der Regionalzeitung, die ich gelesen hab. Ich habe übrigens auch noch gearbeitet bei einer Regionalzeitung. „Südhessen Morgen“ gehört zum Mannheimer Morgen. Da habe ich sehr viel gearbeitet, gerade am Wochenende.

Da habe ich auch dem Arbeitgeber Bescheid gegeben. Es musste ja machen, musste so einen Nebenjob anmelden. Er hat nichts dagegen gehabt, weil sich das, was da keinen Interessenkonflikt gab. Dann habe ich halt so Lokaljournalismus gemacht. So kam ich dann auch in den Journalismus rein.

Christian Schmid
Welche Nebeneinkommen hast du jetzt heute? Du hast ja auch einen YouTube-Kanal? Du hast deinen Blog? Sind das aktive Nebeneinkommen für dich?

Tim Schäfer
Ja, es ist so, dass ich das gar nicht so ausschlachte. Aber da hab ich ehrlich gesagt keine Lust, weil ich möchte nur Sachen promoten, wo ich auch hinterstehe.

Ich könnte diese Plattform, so Crowdsachen und P2P und überall so Affiiategebühren und so oder so Gastbeiträge. Ständig habe ich Angebote. Der Blog an sich bringt mir also unterm Strich gar nichts. Bei dem YouTube-Kanal, da bleibt ein bisschen was hängen.

Aber da muss ich auch viel Arbeit. Müssen sich also viele Videos machen? Da kannst du mich mit Werbung, die Google einblenden, könnte so tausend Dollar im Monat verdienen. Ich hab das mal approbierten Monat, ob ich die Schlagzahl halten will.

Ich sollte also was machen. Also Potenzial wäre gegeben. Aber du musst halt auch immer. Du musst das immer abstimmen mit deinem Naturell und ob dein Charakter dahintersteht.

Wenn du auch Angebote bekommst. Mir ist immer wichtiger, dass ich mich wohlfühle damit, als jedem Euro hinterher zu rennen. Also, ich könnte jetzt auch ganz viele andere Sachen annehmen, aber das Ethische und Moralische, so der Charakter muss immer dazu passen.

Christian Schmid
Also du musst dahinterstehen.

Tim Schäfer
Genau, nur wegen der Kohle. Das mache ich aber nicht. Du musst menschlich, das muss absolut passen. Sonst mache ich, verdiene ich lieber weniger Geld.

Christian Schmid
Was sind denn bei YouTube, da schreiben dich Leute an, was sind denn so die heißen Themen? An welchen Themen sind denn die Leute vor allen Dingen interessiert?

Tim Schäfer
Die Leute wollen also Wachstumsaktien. So heiße Penny Stocks und so.. Trend Natürlich kann es da eine Rakete erwischen, aber ich kenne mich da auch nicht aus bei allen möglichen Aktien.

Und ich habe auch gar nicht, mir alles anzuschauen. Ständig am Rödeln. Ich versuche mich auch zu fokussieren auf bestimmte Themen und mich da rein zu arbeiten.

Ich möchte aber jetzt nicht alle, alle Trendthemen so abarbeiten, weil da kannst sie ja den überblick verlieren. Manchmal muss ich sagen, blicke ich gar nicht mehr durch. Ich verstehe einfach nicht, was die machen, und so schlecht bin ich auch schon zu alt.

Christian Schmid
Du meint bestimmte Geschäftsmodelle kannst du nicht mehr nachvollziehen?

Tim Schäfer
Ja, so zum Beispiel manche Sachen im Biotech-Bereich. Das ist so ein Thema, da fühle ich mich echt überfragt. Und ich kann es gar nicht einschätzen. Ist das jetzt ein Hit? Diese Biotech ist Wirkstoff Kandidaten, da bin ich überfragt.

Tim Schäfer
Ich glaube, es ist weniger eine Frage des Alters als vielmehr eine Frage des Know-Hows und vor allen Dingen des… wie soll ich sagen, des Wissens, zu wissen, was hinter den Kulissen passiert.

Ich habe das mal erklären lassen von einer Freundin, die in einer Biotech-Firma arbeitet, selbst nach dem Erklären, war ich nicht schlauer. Das ist sicherlich eine Kapazitätsfrage oder Kompetenz, oder vielleicht muss man wirklich in dem Fach was gemacht haben, studiert haben Biologie, Chemie oder weiß der Geier.

a, aber ich verstehe diese Branche auch nicht. Ich hoffe nur, dass das, was hinten rauskommt, der Menschheit hilft.

Tim Schäfer
Ich habe auch Wirecard nie verstanden. Ich habe den Vorstandschef und Braun, Markus Braun und der damals die Banklizenz bekommen hat, da hat er zu einer Pressekonferenz eingeladen, nach Frankfurt, da waren auch Analysten da und alle toll im Anzug. Aber er hat immer so viele Anglizismen und alles so kompliziert dargestellt.

Ich habe das nie verstanden. Zum Glück habe ich auch nie investiert. Also, alles so Kauderwelsch. Wenn Leute so zu kompliziert reden, dann kommt mir das immer so seltsam vor. Ich mag so Einfachheit von Geschäftsmodellen, so kann der verkauft oder Nudeln oder Käse. Da kann dir das erklären in einer Minute, dann verstehst du das. Oft ist man da auch besser beraten, wenn man da gar nicht so investiert, weil man, wenn man es nicht versteht.

Christian Schmid
Das wird ja auch Warren Buffet zugeschrieben, dass er nur in die Aktienunternehmen investiert, die er auch versteht.

Tim Schäfer
Richtig, der Peter Lynch hat das auch immer gesagt, der hat ja auch eine der besten Fonds oder Renditen gehabt. Langfristig Renditen. Und genau nur die Produkte, wo du Vertrauen hast, was du verstehst, was du kennst.

Und den Rest kannst du liegen lassen. Du kannst nicht überall mitmischen. Deswegen hat er Warren Buffett nie in Internetfirmen wahrscheinlich auch investiert, weil er es nicht benutzt und nicht so richtig verstehen kann. Die Bewertung war teuer für Google und Facebook.

Rubén Alvarez
Es ist interessant. Wir hatten ja auch vor einiger Zeit die Beate Sander bei uns im Podcast, die da auch eine ganz andere Philosophie verfolgt. Wenn man sich in einer Branche oder Industrie nicht auskennt, dann liest man sich ein und macht sich kundig.

Das ist dann Ihre Herangehensweise an solche Themen. Wahrscheinlich wird sie über Biotechfirma mehr wissen als wir.Aber gut, wenn man die Zeit hat, sich auch so komplexe Themen einzuarbeiten. Gut. Mir fehlt wahrscheinlich die Intelligenz, mich in solche Themen einzuarbeiten.

Tim Schäfer
Wahrscheinlich bei mir auch. Ja, aber die Frage ist brauchst du die Intelligenz wirklich? Vielleicht kannst du nach dem Spruch Die dümmsten Bauern können die größten Kartoffeln haben.

Du kannst ja mit ganz simplen Sachen nicht so ganz einfachen Firmen, die so zur Haushalts Güter herstellen. Du kaufst das Zeug, so etwas wie ein Procter & Gamble,Colgate,Palmolive, und du kaufst den Kram in der Krise oder auch stetig. Jeden Monat, also Sachen, die jeder im Haushalt hat.

Und lässt einfach liegen. 20, 30, 40 Jahre. Kreditkartenfirma American Express, Coca-Cola, Pepsi und diese ganzen Konsumgüterdinger, die schneiden fantastisch ab. Visa, Mastercard hat jeder im Geldbeutel, Apple Handys.

Du kaufst so, kaufst dir diese Aktien, lässt sie liegen. 30 Jahre und reinvestierst die Dividenden. Das ist so einfach, eigentlich. Aber die Leute werden so emotional, da kommt der nächste Crash und da kriegen sie Angst, dann verkaufen sie.Man muss einfach abgebrüht sein.

Christian Schmid
Ich glaube, die Menschen lieben einfach irgendwelche Storys. Und dann ist es diese Idee, dass man irgendwas entdeckt und dann auf ein Pferd setzt und damit den großen Reibach macht. Das ist so irgendwie angelegt. Lottospielen letztlich.

Tim Schäfer
Wenn du die wirklich so mit diesem Zustellern von diesem Restaurants essen, ist ja überall die Idee, wo die boten auf dem Fahrrad, auf dem Moped. Das ist eine Story, die ist überall, und das ist real. Man muss unterscheiden Storys, die real sind und die erfunden sind. Aber so einfach ist es halt auch nicht zu unterscheiden.

Dieser Bodo Schnabel hat ja fast zu 90 Prozent vom Umsatz erfunden. Da der Telematik System für Autos? Der hat auch in Asien hat er dann riesen Kunden und so und Riesenkooperation gemeldet und da habe ich auch mal angerufen. Bei Daimler Kooperation mit Daimler.

Das war aber nicht die Konzernzentrale, das waren ja schon kleine Autohändler. Pressemitteilung rausgeschickt und der Kurs überprüfen das gar nicht. Da macht da riesen Kooperation mit Milliardenkonzern. Dann baut er nur 500 Telematik Systeme. Eine in 5 PKWs

Rubén Alvarez
Hinzu kommt bei Wirecard, dass hier auch andere Institutionen versagt haben, bei dieser Geschichte.

Es war ja nicht nur auf der einen Seite der, der betrogen hat, sondern auch die, die sich haben betrügen lassen und auch ablenken lassen und lieber auf den Messenger in dem Sinne der es aufgebracht hat oder dieses Thema angesprochen hatte, wie eine Sau durchs Dorf getrieben hat.

Letzten Endes hat man sich immer nur auf die konzentriert und nicht auf das Unternehmen selbst.

Tim Schäfer
Die BaFin hat versagt, komplett versagt. Das ist beschämend. Und die sollten sich auch bei dem Journalisten entschuldigen. Oder die Journalisten, die an eigenen Storys gearbeitet haben. Also müsste man Preise geben, weil hier ja auch hingewiesen.

Und die Staatsanwaltschaft hat Anzeige gekriegt, schon jahrelang in München. Es sind ja Spezialisten in der Wirtschaft, spezialisiert auf Wirtschaftsstrafsachen.

Die hätten da ja auch tätig werden müssen. Die haben ja die Instrumente, die können da eintauchen in die Dokumente. Und die können da reingehen, sich alles anschauen.

Der normale Anleger hat das ja gar nicht die Möglichkeiten. Er muss ja auch darauf vertrauen, dass die Behörden ihre Arbeit machen. Dazu sind sie ja da. Wir müssen den Kapitalmarkt überwachen, und da haben sie versagt, genauso die Wirtschaftsprüfer.

Das ist schon beschämend, ist auch schlecht für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Wobei, fairerweise muss man dazusagen In Amerika gibts das ja auch. Es passiert auch, dass die Behörden versagen.

Da wird ja auch immer geschrieben, die SEC sei ja doch so scharf, die haben auch sehr vieles übersehen, wie z.B. Madoff übersehen. Die haben auch jahrelang Hinweise bekommen.

Die haben genauso gepennt wie die BaFin, aber die BaFin und Staatsanwaltschaften und Wirtschaftsprüfer? Die trifft eine ganz große Schuld bei diesem Wirecard Dings.

Christian Schmid
Noch einmal kurz zu dem Thema Nebeneinkommen zurückkommend. Würdest du, du hast ganz früh schon damit angefangen, Zeitungen austragen und so weiter.

Würdest du denn auch sagen für jemanden, der mittleren Alters ist, im Beruf, im Berufsleben, steht das auch für so jemanden Nebeneinkommen sinnvoll ist?

Tim Schäfer
Auf jeden Fall. Man muss halt immer mit offenen Karten spielen, fair sein zum Arbeitgeber. Den darf man nicht schlecht behandeln, und du musst halt hingehen und sagen Hey, ist das in Ordnung, weil es deine Haupteinnahmequelle ist, man muss, finde ich auch fair sein, wenn man so einen Vertrag unterschreibt und der hat natürlich Priorität der Arbeitgeber.

Und wenn der zustimmt, dass du am Wochenende ein Projekt machst Website-Management oder irgend so oder arbeitest irgendwo in einem Lager oder vielleicht auch als sehr Kreatives machst. Vielleicht in einer Gärtnerei oder beim Landwirt?

Ich glaube, da wird der Arbeitgeber nichts dagegen haben, wenn es keine konkurrierenden Unternehmen sind. Also, ich finde das super, wenn man sich irgendwo noch einbringen kann. Man kann dazulernen, neue Leute kennen. Vielleicht wird das der spätere Hauptberuf.

Man muss sich doch was aufbauen kann, eine kleine Selbstständigkeit. Es ist immer kreativ. Man darf halt mal Familie, Kinder, die aber auch nicht vernachlässigen.

Es ist diesbezüglich ein zweischneidiges Schwert. Da muss man aufpassen, dass man auch ein bisschen Erholungsphasen hat und nicht übertreibt.

Ich habe übertrieben. Also muss ich zugeben Ich habe zu viel gearbeitet und sei immer total fleißig. In Einzelfällen habe ich zu viel gemacht. Vielleicht werde ich das nochmal ändern könnte, würde ich das reduzieren in der ein oder anderen Sache.

Ja, man darf sich nicht überarbeiten. Aber was dazu machen, wenn einer nicht ausgelastet ist? Und da ist da Herz und Seele mit ihrem Projekt verbunden.

Und warum nicht so einen kleinen Nebenjob dazutun? Vor allen Dingen, wenn es dir Spaß macht, ist doch eine super Sache.

Tim Schäfer
Die Idee, die wir dahinter oder die wir verfolgen, ist ja, dass man den Menschen, die sich an Nebeneinkommen aufbauen, auch mal die Möglichkeit gibt, in die Sparquote zu erhöhen oder eine Sparquote zu generieren, zumindest die, die auf Kante nähen, aber zumindest mit dem Geld, was sie dann über den Nebeneinkommen erzielen, das zu investieren.

Und das ist ja die Idee dahinter, weswegen wir immer fragen, ob es sich für jemanden mittleren Alters lohnt. Und das auch mal bejaht wird. Natürlich, dass man auch mit der nötigen Fürsorge und Sorgfalt auch alle Involvierten mit ins Boot holt. Sei es nun den Arbeitgeber wie auch die Familie.

Die müssen ja auch mitspielen, es sei denn, man ist Single. Okay. Ja super. Dank für den Mann an der Wall Street. Ich wusste gar nicht, dass da es da Wohnungen gibt, weil ich nun Finanzdistrikt.

Tim Schäfer
Naja, das war ja mal früher genauso im Büro Gebiet und dann schon vor der Finanzkrise hat sich das gewandelt.

Da kamen dann die alten Bürogebäude, die kamen irgendwie aus der Mode. Das sind halt die großen Glaspaläste entstanden in Mita und die ganzen Wolkenkratzer in die Büros.

Wenn du so eine trendige Versicherung B ist oder Haus. Du willst halt nicht mal ein hundert Jahre altes Gebäude gehen. Das ist nicht mehr so angesagt, auch bei den jüngeren Mitarbeitern. Dann sind diese alten Gebäude halt umgebaut worden in Mietwohnungen.

Die haben dann so Stellwände aufgebaut. So pro Etage vielleicht zu 10, 12 Wohnungen hin gebastelt, die dann vermietet und später Wohnregion auch geworden.

So ist irgendwie beliebter geworden für Familien, weil es relativ günstig ist. Hier zu wohnen ist günstiger wie in Chelseas oder Village. Das sind teure Gegenden. Und da ist so das Finanzviertel halt günstiger im Vergleich. Mäßig vorgestellt, aber gut. Denn auf diesem Wege mal viel, viel Dank für deine Zeit war es interessant, vor allen Dingen so einige Einblicke über das New Yorker Leben.

Jetzt würden wir auch gerne mal auf dich aufmerksam machen Welche Blog oder welche Website können wir denn dann würde man nicht finden. Auf den sozialen Medien unterwegs?

Am besten über meinen Blog https://timschaefermedia.com/. Und dann findet man mich auch auf YouTube, auf Twitter und Instagram.

Das Verlinken war okay. Ja, herzlichen Dank nochmal und weiterhin eine gute Zeit in New York. Danke ebenso.

Vielen Dank für euer Interesse.

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