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Episode 181 Vom Flaschensammler zum Millionär

„Das Flaschensammeln ist wahrscheinlich der naheliegendste Side Hustle überhaupt, hat aber trotzdem einen miserablen Ruf. Warum eigentlich?“

Nein2Five

Vielleicht ist Pfandsammeln der ultimative Side Hustle. Eine gute Side Hustle Idee ist schnell und ohne Startkapital umsetzbar. Sie ist skalierbar und im besten Falle mit freier Zeiteinteilung. Flaschensammeln erfüllt alle dieser Voraussetzungen, oder? 

Wegbier ist im Trend, seit den Dauer-Lockdowns mehr denn je. Viele Leute sehen es wohl als Mini-Spende, ihr Wegbier einfach stehen zu lassen. Der Markt für sammelbare Pfandflaschen boomt also! 

Warum ist dieser Side Hustle dann nicht beliebter? Wahrscheinlich ist es die Scham. Scham ist eine unglaublich mächtige und destruktive Emotion. Daher möchten wir am liebsten noch nicht einmal darüber nachdenken. Wir schämen uns sogar, über Scham nachzudenken. 

Aber: Wäre Flaschensammeln nicht der ultimative Test, um zu sehen, ob Du wirklich Unternehmer bist? Fast alle erfolgreichen Unternehmer sagen, dass sie auch gute Verkäufer sind. Auch beim Verkauf (der in Deutschland, dem Land der Beamten und Angestellten, einen schlechten Ruf hat) haben viele Hemmungen, ein Schamgefühl. Wäre es da nicht nützlich, sich dieses Schamgefühl abzutrainieren? Wäre dies nicht fast therapeutisch? 

Nehmen wir also einmal an, Du bist angehender Entrepreneur: So lange Du keine brillante Geschäftsidee hast, würdest Du auch Pfandflaschen sammeln? Warum schert es dich eigentlich, was andere Menschen über dich denken? 

Als “Schambewältigung Soft” könntest Du in eine andere Stadt fahren, in der man dich nicht kennt.

Schauen wir uns diese fast biblische Side Hustle Idee einmal rational an. Was brauchst Du, um sie noch heute Abend zu starten? Eigentlich nur körperliche Gesundheit und die Abwesenheit einer Ausgangssperre. Also nochmal die provokative Frage: Warum machst Du es dann nicht? 

Hier sind einige der Dinge, die deine innere Stimme wahrscheinlich verlauten lässt:

  1. Scham: “Ich könnte von Nachbarn gesehen werden und die denken dann…”
  2. Hochmut: “Es lohnt sich nicht, nur Kleinvieh. Aufwand und Ertrag stehen in keinem Verhältnis.”
  3. Hochmut: “Das ist nur etwas für Obdachlose.” 
  4. Empathie, aber wahrscheinlich nur als Ausrede: “Ich will niemandem das Geld wegnehmen, der es nötiger braucht.”

In dieser Episode wollen wir uns mal den zweiten Punkt anschauen und ausrechnen, wieviel Cash Du in etwa pro Stunde mit diesem Side Hustle verdienen könntest. 

Die Basics: 
Pfand pro Bierflasche: 8 c
Pfand pro Glas-Wasserflasche 0,7: 15 c
Pfand pro Dose/PET: 25 c

Okay, stellen wir uns jetzt mal folgendes Szenario vor: Ein Freitag Abend in einem urbanen Park. Du hast ein Fahrrad mit Anhänger, in den zwei leere Bierkisten passen. Vorne hast Du Platz für PET-Flaschen. 

Aktuell würde ich sagen, brauchst Du etwa 15 Minuten um deine zwei Bierkisten zu füllen. Dosen und PET werden seltener einfach so stehen gelassen, also vielleicht so 20 Minuten. Nach einer guten halben Stunde hättest Du also die erste Ladung voll. 

Jetzt stehst Du vor einer logistischen Entscheidung. Kann ich die gesammelten Flaschen direkt zum Pfandautomaten bringen oder muss ich sie zwischenlagern? Was ist sinnvoller? Wie viel Zeit kostet mich das? Nehmen wir an, das Einlösen der Pfandflaschen dauert noch mal 20 Minuten – unoptimiert. 

Dann kommen wir auf einen Zeiteinsatz von rund einer Stunde. Grob überschlagen wirft das Folgendes ab: 

48 Bierflaschen x 8c = 4 Euro

10 PET-Flaschen x 25c = 2,50 

10 Dosen x 25c = 2,50

Summe: 9 Euro/h

Nicht besonders viel, aber sehr konservativ geschätzt und in keiner Weise optimiert. 

Wie kann ich diese Geschäftsidee optimieren? 

  1. Fokus auf PET und Dosen legen (keinen Bruch, leichter zu transportieren)
  2. Richtige Spots ausfindig machen (zum Beispiel Clubs finden, die ihre Dosen loswerden möchten)
  3. Besorge dir ein anderes Fahrzeug, um mehr transportieren zu können. Ein Lastenrad wäre perfekt.
  4. Als Autofahrer: Nutze die Plattform pfandgeben.de 

So, um das Ganze nun etwas aufzupeppen: Was wäre, wenn Du noch sehr jung bist (19 Jahre) und einen Teil dieses Geld investieren würdest? Nehmen wir an, Du würdest es schaffen, 100 Euro pro Monat zu sparen.

Wir nutzen nun den Sparrechner, den wir euch in der Episode „Reich durch Nebeneinkommen“ vorgestellt haben. Wir geben also ein: Sparrate von 100 Euro über fünf Jahre und mit einer “Verzinsung” von 6%. Danach lassen wir das Geld noch 41 Jahre liegen, denn Du bist 19, sparst bis 24 und lässt das Geld 41 Jahre lang liegen, bis Du 65 Jahre alt bist.

Was glaubt ihr, was sein Nebeneinkommen zum Renteneintritt wert ist: 40.000 Euro? 50.000 Euro? Nein, der Endbetrag ist 73,753 Euro. 

Damit bist Du noch kein Millionär (wie wir im Titel etwas marktschreierisch angekündigt haben), aber finanziell einen großen Schritt weiter.

SHOWNOTES:

Hier ist noch ein interessanter Artikel über das Flaschensammeln.

Danke fürs Zuhören!

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